Karl Karner Anna Paul

Nude Program

Open Gallery Weekend Saturday 2pm - 8 pm Sunday 2pm - 8pm or on appointment call +49 163 82 92 888

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie oder Er quert die fleischfarbene Wachsfläche, hockt sich hin, modelliert das Material, dann dreht er eine Runde, oder sie steht auf. Skizziert kommende Vorhaben in die formbare Landschaft. Er oder sie markiert den Punkt mit einem X, wechselt den Schuh, greift zum Werkzeug, kratzt, ritzt, stampft, schreibt, wiederholt den Arbeitsschritt.

 

Der Titel Nude Program beschreibt das Monochrome einer raumaufspannenden Fläche deren kontinuierliche Veränderung Programm ist. In die Installation aus weichem Wachs werden im Laufe der Ausstellung die Arbeitsschritte der Akteure eingeschrieben. In der Überlagerung der stetigen Veränderung des eingebrachten Materials zeichnen sich Handlungsmuster ab, diese werden in ihrem räumlichen Ausdruck lesbar und im Herauslösen aus der Fläche zur Skulptur.

Nude Program ist das dritte gemeinsame Projekt der KünstlerInnen Karl Karner und Anna Paul, in der die Spannung des öffentlichen Arbeitens Ausdruck und Konzentration findet.

Dokumentation Giesserei Feldbach (AT) - Nächste Reise nach Feldbach Mai/Juni - Besuch der Sammlung Cerni - Schaugiessen Karl Karner


 

 

 

Die Verbindung von Kunst und Leben ist bei Karner nicht nur in der materiellen Erscheinungsform seiner Skulpturen erkennbar, sondern er erweitert seinen Kunstbegriff durch das Installative und Performative; so platziert er seine dreidimensionalen Arbeiten auf der Bühne, als Teil der Choreografie, die er mit seiner Künstlerkollegin Linda Samaraweerova inszeniert bzw. aktiv daran teilnimmt. Die Offenheit, die Vernetzung und komplexe Vielschichtigkeit der aktuellen Plastik steht somit symptomatisch für Karners erweiterten Kunstbegriff.

 

Die Gesamterscheinung der Skulptur wirkt durchwegs abstrakt, als Resultat einer Wucherung, eines Wachstums, dessen nächste Analogien wir in der Natur selbst finden, zum Beispiel in der Form eines Korallenriffs. Dennoch sei auf den schöpferischen Einfluss des Künstlers verwiesen, dessen Handschrift sich materiell zur Skulptur verdichtet: ein bildhauerischer Zugang, der sich dem klassischen Begriff widersetzt. Das Werkmaterial in der konventionellen Bildhauerei fungiert als Mittel zum figurativ-skulpturalen Zweck; der Bildhauer formt und modelliert, um zum idealen Abbild zu gelangen. Prozessuale Spuren werden zugunsten des Oberflächenfinishs vermieden. Die Wiedergabe der Wirklichkeit steht im Zentrum, von der Antike bis zum Klassizismus. 

Anna Paul

(*1987) lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte Architektur an der Universität für Angewandte Kunst, Wien.

Der digitale Hintergrund prägen Anna Pauls Formensprache sowie Herangehensweise, ihre Praxis aber ist vor allem eine kommunikative. Sie selbst bezeichnet sich als digital native, was sich in modellierten Wirklichkeiten und räumlich gebauten Konzepten abzeichnet.

Anna Pauls künstlerische Artikulationen suchen den Bezug zur Forschung und zu naturwissenschaftlichen Konzepten. Sie sieht ihre Arbeiten bisweilen selbst als Untersuchungsmethode.

Zuletzt vorgestellte Arbeiten: 

2016: “die tragbare Form” Tragbare Skulptur entwickelt für den großen Schauspielpreis der Diagonale, Graz “der große Filmpreis” Skulpturen zum in der Tasche tragen konzipiert als Preis des Filmestivale Diagonale, Graz “Eine Überredung”, mit Karl Karner, Galerie Eugen Lendl, Graz (A) 

2015: “die kommunikative Praxis” mit Karl Karner, Parallel, Wien “casual cutting” Vienna Design Week Window Gallery, Wien 

2014: “the parted pieces” Einzelausstellung , Im Erstem, Wien